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Ein Beispiel:
Ein VCO soll bei einem "Kanalraster" von
25 kHz auf 433 MHz abstimmen werden, und die Referenzfrequenz
ist 10 MHz.
Ok, dann lass uns doch mal rechnen:
Bei einem Kanalraster von 25 kHz müssen wir erst
mal die Referenzfrequenz mindestens auf 25 kHz teilen.
Den wir wissen ja, daß die VCO-Frequenz nur
ein ganzzahliges Vielfaches der Vergleichsfrequenz
sein kann, und wenn wir 25 kHz Kanalraster haben wollen,
dann müssen wir mindestens auf 25 kHz teilen.
Es kann natürlich sein, daß die gewünschte
VCO-Frequenz kein ganzzahliges Vielfaches von 25 kHz
ist, sondern nur von 5 kHz, dann muß die Vergleichsfrequenz
auf 5 kHz festgelegt werden. Damit sind natürlich
auch Kanalraster von z.B. 5, 10, 20 und 25 kHz möglich.
Also: R = 10MHz / 25kHz = 400
Glück gehabt, 10 MHz ist auch noch ein ganzzahliges
Vielfaches von 25 kHz.
Wir erinnern uns, auch die Refernzfrequenz kann ja
nur ein ganzzahliges Vielfaches der Vergleichsfrequenz
bzw. des Kanalrasters sein.
Und jetzt müssen wir noch die VCO-Frequenz
ebenfalls auf 25 kHz teilen, damit wir sie auch mit
der Referenzfrequenz vergleiche können.
Also: N = 433MHz / 25kHz = 17320
Und schon ist ein kleines Problem aufgetaucht. Leider
können die meisten Frequenzsynthesizer-ICs nicht
durch 17320 teilen oder diese hohe Eingangsfrequenz
verarbeiten. Ein Vorteiler muß her, der uns
die VCO-Frequenz auf ein erträglichen Maß
herunter teilt.
Wir nehmen hier einen Vorteiler P mit einem
Teilerfaktor von 80/81. Dieser Vorteiler kann mit
einem Steuereingang zwischen Teilerfaktor 80 und 81
umgeschaltet werden. Wofür wir das brauchen erfahren
wir weiter unten.
So, jetzt noch mal N-Teilerfaktor neu berechnen,
aber mit Vorteiler P = 80.
Wie wir oben schon gerechnet haben, ist der Teilerfaktor
gesamt Nges = 17320.
Schaltet man zwei Teiler hintereinander, so ist der
gesamte Teilerfaktor das Produkt der Teilerfaktoren
beider Teiler.
Also: Nges = N * P = 17320
Wir kennen den gesamten Teilerfaktor (17320) und
den festen Faktor des Vorteilers (80).
Jetzt noch schnell den Faktor für den N-Teiler
ausrechnen und fertig.
N = Nges / P
(nach N umgestellt)
N = 17320 / 80 = 216,5 ???
Denkste!!! Noch ein Problem. Man kann den
N-Teiler natürlich nur mit ganzzahligen
Werten laden.
Also mit 216, und 216 x 80 ist nun mal nicht 17320
sondern 17280!
Nges = N * P
Nges = 216 * 80 =
17280
So, und was nun? Es besteht also eine Differenz von
40 (17320-17280=40). Woher bekomme ich nur die fehlenden
40 Takte.
Und hier kommt nun die Antwort, auf die Du vielleicht
schon gewartet hast.
Weshalb kann eigentlich der Vorteiler zwischen 80
und 81 umgeschaltet werden?
Du ahnst es sicher schon, natürlich um die fehlenden
40 Takte zum Teilerfaktor 17280 zu addieren.
Und so geht's.
Die Addition wird mit Hilfe des A-Zählers
(swallow Counter) durchgeführt. Der swallow Counter
steuert nämlich den Vorteiler über eine
Steuerleitung MC und schaltet damit zwischen Teilerfaktor
81 und 80 um. So weit so gut. Wie funktioniert das
denn jetzt genau?
In unserem Beispiel werden intern, zu Beginn eines
jeden Teilerzyklus der A-Zähler mit 40,
und der N-Zähler mit 216 geladen. Anschließend
werden beide Zähler mit jedem Impuls vom
Vorteiler P um 1 dekrementiert (siehe Bild4).
Iss klar.
Der Vorteiler bleibt auf 81 geschaltet, solange der
A-Zähler (swallow Counter) nicht auf Null ist.
Bei Null angekommen (hier nach 40 Takten), schaltet
er den Vorteiler zurück auf 80 und es geht normal
weiter bis der N-Zähler ebenfalls auf Null gezählt
hat (hier nach 216 Takten). Damit ist der Teilerzyklus
beendet und es beginnt von vorn.
Der Vorteiler zählt demnach 40 mal bis 81, anstatt
nur bis 80, und addiert auf diese Weise 40 Takte dazu.
Klar, oder?
Auf diese Weise kann auch mit einem Vorteiler jeder
beliebige Teilerfaktor eingestellt werden.
Die korrekte Formel für den Teilerfaktor gesamt
lautet also:
Nges = (N * P) + A
Nges = (216 * 80) + 40 = 17320
Na eigentlich war es doch recht einfach bis hierher,
oder?
Du willst sicher wissen wie man praktisch einen PLL-Oszillator
abstimmt, oder hättest Du sonst bis hierher gelesen?
Wie bekommt man nun die Daten in die Counter des
PLL-Synthesizers?
Mit einer PLL-Steuerung,
oder ...?
Um diese Fragen zu klären, habe ich einige Beispiele
mit den PLL-ICs MC145158,
TBB206, MB1505,
und MB15E07 zusammengestellt.
Diese ICs werden alle über den sogenannten 3-Leiter-Bus
angesprochen.
Bei ICs die parallel oder per I²C-Bus geladen
werden ist das Prinzip natürlich das Gleiche.
Also lies weiter unter Beispiele,
wie man einen PLL-Oszillator zum leben erweckt.
Und hier noch ein Buchtipp für alle die
es ganz genau wissen wollen:
CMOS
PLL Synthesizers
: Analysis and Design
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